carl Moll

Carl Moll gilt als Schlüsselfigur der Wiener Malerei der Jahrhundertwende und war eine der herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten dieser Zeit. Neben seinen Leistungen als Maler trat er stets als engagierter Fürsprecher der modernen Kunst mit offenem Blick für das Neue hervor. 

Er studierte ab 1880 an der Wiener Akademie und wurde 1881 Schüler von Emil Jakob Schindler. Mit diesem verband ihn eine enge persönliche und künstlerische Beziehung; nach Schindlers Tod heiratete Moll dessen Witwe und wurde damit Stiefvater von Alma Mahler-Werfel. 

Bereits 1894 war Carl Moll Mitglied des Vorstandes des Wiener Künstlerhauses. Unzufrieden mit dessen künstlerischem Anspruch, gründete er 1897 gemeinsam mit unter anderem Gustav Klimt, Wilhelm Bernatzik, Josef Engelhart und Kolo Moser die Wiener Secession, deren Präsident er in den Jahren 1900–1901 war. Zahlreiche Beiträge für die Zeitschrift Ver Sacrum stammen aus seiner Feder. 1900 beteiligte er sich an der Pariser Weltausstellung. Nach den ersten acht spannungsgeladenen Jahren der Wiener Secession trat Moll 1905 gemeinsam mit der Klimt-Gruppe aus der Vereinigung aus und wirkte 1908 und 1909 maßgeblich an der Organisation der legendären Kunstschau mit. 

Von 1904 bis 1912 leitete er die Galerie Miethke und organisierte Ausstellungen sowohl zu bereits renommierten Künstlern der Moderne wie Manet, Monet, van Gogh oder Gauguin als auch zu aufstrebenden zeitgenössischen heimischen Künstlerinnen und Künstlern, darunter Broncia Koller-Pinell, Heinrich Schröder und Egon Schiele. Ausgehend von der Stimmungsmalerei entwickelte sich Molls Palette zunehmend in Richtung eines lichten Impressionismus, wobei das Interieur als Motiv an Bedeutung gewann. Nach 1912 wandte er sich wieder verstärkt der Landschaftsmalerei zu. Die Farbigkeit intensivierte sich, der Pinselstrich wurde breiter, und sein Spätwerk zeigt Tendenzen hin zum Farbexpressionismus. Auch wenn seine späten Jahre von seinem unkritischen Umgang mit der NS-Ideologie überschattet sind, bleiben sein Engagment für die Moderne und seine Malerei prägend für die österreichische Malerei des frühen 20. Jahrhunderts. 

„Kunst ist formgewordener menschlicher Geist, das verständliche Symbol dieses Geistes; die Form kann nur der Natur entnommen werden und wird nur durch die Natur dem Beschauer verständlich.“  Carl Moll, 1933 

WERKE IN (AUSWAHL):

Belvedere, Wien

Albertina, Wien

Belvedere, Wien

Leopold Museum, Wien

Wien Museum

Niederösterreichische Landessammlungen, St. Pölten

LITERATUR (AUSWAHL):

Cornelia Cabuk, Carl Moll. Monografie und Werkverzeichnis (Belvedere Werkverzeichnisse. 11), Wien 2019

Kat. Ausst. Carl Moll, Österr. Galerie Belvedere, Wien 1998; Carl Moll, Verlag Galerie Welz, Salzburg 1985

Kunst in Österreich 1918-1938, Halbturn 1984, S. 121-122, Abb. 125

Alfred Kubin, Anton Kolig und Carl Moll an Anton Steinhart, Salzburg-Stuttgart 1964; Monika Fritz, Der Wiener Maler Carl Moll, Phil Diss., Innsbruck 1962

Carl Moll, Ringen mit dem Engel, Künstlerbriefe 1933-1955

Carl Moll, Mein Leben, Wien 1943

Deutsche Kunst und Dekoration 1932, S. 241

Artur Rössler, Carl Moll zum 70. Geburtstag des Künstlers in: Österreichsiche Kunst, Heft 4, April 1931

Kat. Ausst. Carl Moll (...) anl. der Vollendung seines 60. Lebensjahres, Künstlerhaus 1921

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