heinrich schröder

landschaft bei mödling (mit Burgruine)

um 1912

signiert und rückseitig bezeichnet

Öl/Leinwand

53 x 73 cm 

rückseitig Besitzvermerk Hugo Koller

Im Vordergrund erhebt sich eine markante Felsformation aus dem Gebiet des heutigen Nationalparks Föhrenberge, von der sich der Blick zur Burgruine Mödling öffnet. Rechts ist ein Haus an der Brühlerstraße zu erkennen; ansonsten bestimmen schroffe Kalksteinfelsen und dichtes Grün die Szenerie. Bereits im 19. Jahrhundert entwickelte sich diese Landschaft zu einem beliebten Ausflugsziel der Wiener Bevölkerung. Fürst Liechtenstein ließ hier einen der ersten englischen Landschaftsparks der Region anlegen. Die genügsamen Föhren, die dem Gebiet seinen Namen gaben, erwiesen sich als ideal an die kargen Kalkböden angepasst und prägen bis heute das charakteristische Erscheinungsbild der Landschaft. 

Die Ansicht ist malerisch besonders wirkungsvoll komponiert. Links erhebt sich die charakteristische Felsformation, die den Bildraum gliedert und den Blick auf die Burgruine sowie die dahinterliegenden Höhenzüge lenkt. Die gesteigerte Intensität der Farbigkeit, der breite, energische Pinselstrich und die vergleichsweise neutral gehaltene, flächige Wiedergabe des Himmels lassen sich gut mit Werken vergleichen, die um 1912 entstanden – sowohl in Österreich als auch während der Reisen des Künstlers in mediterrane Landschaften. 

Ein rückseitiger Besitzvermerk von Hugo Koller deutet darauf hin, dass Schröder während eines Aufenthalts in Oberwaltersdorf malte, wo die Familie Koller ihren Landsitz besaß, und das Bild seinen Gastgebern hinterließ.