heinrich schröder

VERFÜGBARE KUNSTWERkE

- LANDSCHAFT BEI MÖDLING (MIT BURGRUINE) -

- FRÜHLING IN BOSNIEN (BANJA LUKA) -

- MÄDCHEN MIT BLAUEN AUGEN -

- TERRASSEN AM MEER (MALLORCA, BANYALBUFAR) -

heinrich schröDer

„Ich teile dir noch mit, daß ich von Heinrich Schröder ganz hervorragende Zeichnungen gesehen habe die ich dich bitte anzusehen da ja für Zeichnungen ein Platzmangel nicht in Betracht kommt. Daß er nicht Österreicher ist braucht niemand zu wissen, da er doch stets in unserer Kameradschaft mitgewirkt hat.“ Anton Faistauer an Egon Schiele, 3.2. 1018 (Sammlung Albertina, Wien)

Heinrich Schröder studierte in Berlin, Weimar und Paris, bevor er 1905 auf Einladung von Hugo Koller nach Wien übersiedelte. Dessen Ehefrau, die Malerin Broncia Koller-Pinell wird Schröders Mentorin und engste Künstlerkollegin. Die beiden arbeiten gemeinsam, nähern sich stilistisch deutlich an und porträtieren einander, in der Tradition der Freundschaftsportraits, gegenseitig. (Vgl. Kat. Ausst. “Broncia Koller-Pinel - Heinrich Schröder. Eine Künstlerfreundschaft”, Kunsthandel Hieke 2024, S. 2-3).

1908 wurde Schröder gemeinsam mit Koller-Pinell in die berühmte Runde der Klimtgruppe aufgenommen und stellte im selben Jahr bei der renommierten ersten “Kunstschau” aus. Nach der “Internationalen Kunstschau” 1909 folgen viele Ausstellungsbeteiligungen, u.a. die erfolgreiche „Kollektiv-Ausstellung B. Pinell-Koller und Heinrich Schröder“ in der renommierten Galerie Miethke, 1911. 1914 debütiert er an der Münchener Secession und übersiedelt von Wien nach München.

Schröder blieb jedoch mit den Protagonisten der Wiener Moderne engstens vernetzt: Peschka, Faistauer, Schiele – auch nach seinem Abgang aus Wien, blieb er in regelmäßigem Austausch mit der österreichischen Kunstszene, wie aus diversen erhaltenen Briefen hervorgeht. Er beschickte Ausstellungen und wurde regelmäßig eingeladen an eben solchen teilzunehmen. Gemeinsam mit u.a. Egon Schiele, und Broncia Koller-Pinell gründete er 1918 den Sonderbund.

„Lieber Schiele! Ich war heute Mittag eine Stunde mit Gütersloh zusammen u. will mich nochmals mit ihm treffen. Er ist in der Hauptsache aus prinzipiellen Gründen gegen eine Vereinigung mit diesem Massenaufgebot an Malern, die geistig kein gemeinsames Programm haben sondern in der Hauptsache nur eine bequeme Ausstellungsgegelenheit haben wollen [...] Ich werde Ihnen alles ausführlich mündlich berichten [...] unter seinen Prinzipien ist sehr viel richtiges.“ Brief Schröder an Schiele, 07.1918, Sammlung Leopold

Anfänglich stilistisch der Wiener Secession verpflichtet, greift er ab 1909 Impulse der Schule von Pont Aven auf. Beeindruckende Ansichten Wiens, Frankreichs, Spaniens, Süddeutschlands und Nordafrikas bilden den Höhepunkt seines Schaffens im Zuge der Neuen Sachlichkeit der 1920er und 1930er Jahre. Ab 1937 galten einige seiner in Museen befindlichen Werke als entartet. Sein Gemälde „Bucht auf Mallorca“ erhielt 1933 den Albrecht-Dürer-Preis, 1937 wurde es von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und zerstört. Schröders laufende Karriere dürfte während der NS Herrschaft jäh gebremst worden sein. Sein früheres Renommee in der Münchener Secession ließ ihn unter Künstlerkollegen zumindest nicht ganz in Vergessenheit geraten. So war er im Rahmen der „Kameradschaft der Künstler“, eine alle Künstlergruppen vereinigende Organisation, an deren erster Ausstellung 1939 beteiligt. Eine weitere Karriere war ihm aber offenbar nicht möglich. Er verstirbt während eines Aufenthalts in Innsbruck 1942. Der Maler Julius Seyler und weitere Künstlerfreunde widmeten ihm dort ein Grab.

WERKE IN:

​Albertina, Wien

Lenbachhaus, München

Metropolitan Museum of Art, New York

Pinakothek, München

AUSSTELLUNGEN (Auswahl)

1908 Kunstschau der Klimtgruppe, Wien

1909 Internationale Kunstschau der Klimtgruppe, Wien

1910 „Internationale Jagdausstellung“, Wien

1911 Internationale Kunstausstellung, Rom; „B. Koller und Schröder“, Galerie Miethke, Wien

1914 Frühjahrsausstellung der “Münchener Secession”

1918 “XLIX Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler Österreichs” Secession, Wien

1919 1. Ausstellung „Sonderbund“, Wien

1919 „Der Wassermann“, Salzburg

1921-24 Münchner Secession, Glaspalast, München

1925 Bund österreichischer Künstler, Budapest

1926-31 Münchner Secession, Glaspalast, München

1929/30 „Die führenden Deutschen Maler“, Galerie Würthle, Wien

1930/31 “CXV. Ausstellung der Wiener Secession - Deutsche Kunst der Gegenwart”, Secession, Wien

1975 „Heinrich Schröder“, Galerie Gras, Wien

1988 „Broncia Koller & Heinrich Schröder. Wiener Holzschnitte um 1900“, Galerie Schwarzer, Wien

1990 „Heinrich Schröder“, Kunsthandel Hieke

1993 „Eine Künstlerfreundschaft. Broncia Koller-Pinell und Heinrich Schröder.“, Kunsthandel Hieke

2007/08 „Wien-Paris. Van Gogh, Cézanne und Österreichs Moderne. 1880 bis 1960“, Belvedere, Wien

2008/09 „Gustav Klimt und die Kunstschau 1908“, Belvedere, Wien

2024 „Broncia Koller-Pinell. Eine Künstlerin und ihr Netzwerk“ Belvedere, Wien

2024 “Broncia Koller-Pinell - Heinrich Schröder. Eine Künstlerfreundschaft” Kunsthandel Hieke, Wien