Helene FUNKE
landschaft am see
um 1902
signiert
Gouache auf Karton
23,5 x 29 cm
Ein typisches Werk aus Funkes Münchner Zeit. Nachweislich besuchte sie dort von 1899 bis 1901 die Damenakademie und blieb bis zu ihrer Übersiedlung nach Paris im Jahr 1906 in München. Die erhaltenen Arbeiten dieser Jahre zeigen vorwiegend Landschaftsdarstellungen in spätimpressionistischer, lockerer Maltechnik. Bereits früh war Funke von den Lichtstimmungen der Natur fasziniert und widmete sich mit besonderer Vorliebe Spiegelungen auf bewegtem Wasser sowie dramatisch aufgetürmten Wolkenformationen.
Die „Landschaft am See“ lässt sich gut mit den bayerischen Landschaften Funkes vergleichen, etwa mit der Ansicht des Pilsensees. Während die Ölgemälde aus dieser Zeit eine ruhigere, geschlossenere Malweise aufweisen, zeigt diese Gouache eine lebhafte, freie Strichführung. So ist die „Landschaft am See“ in Farbigkeit und Motiv eng der Münchner Zeit um 1902 verpflichtet; der temperamentvolle Duktus lässt jedoch bereits die kommende künstlerische Entwicklung erahnen.
Vergleiche: P. Funke, Die Malerin Helene Funke, Leben und Werk, Wien 2011, S. 106–107