Heinrich schröder
gRosses stillleben mit canna lilie
signiert
Öl auf Leinwand
120,5 x 60,5 cm
Das Bildformat ist auf die einem kleinen Blumentopf entwachsende Canna-Lilie ausgerichtet, die sich in voller Größe über die gesamte Bildhöhe erstreckt. Ihre leuchtend rote Blüte hebt sich ebenso deutlich vom dunklen Hintergrund ab wie das intensive Blau der Eisendornblüten. Besonders malerisch erscheinen die Rosenblüten in der Glasvase im Vordergrund. Hinter dem Blumenarrangement befindet sich ein mit Birnen und Weintrauben gefüllter Obstkorb. Im Vordergrund liegt zudem ein Buch mit leuchtend gelbem Einband.
Das attraktive Blumenstillleben ist stilistisch ganz der Neuen Sachlichkeit verpflichtet. Typisch für diesen Stil sind die überdeutlich gegenständliche Darstellung sowie die perspektivische Übersteigerung des Betrachterstandpunktes. In Motiv und Stil ist Schröders Werk gut vergleichbar mit Blumenstillleben von Alexander Kanoldt und dürfte um 1930 zu datieren sein.
Das Gemälde befand sich im Besitz des Chemieindustriellen Dr. Johannes Hess, den Schröder bereits um 1908 über Broncia Koller-Pinell und Hugo Koller kennengelernt hatte. Seine kulturellen Kontakte nach Wien blieben eng: Als er das Wacker-Werk in Burghausen betreute, war Josef Hoffmann mit der architektonischen Gestaltung beauftragt. Schröder war als junger Künstler in der Künstlergruppe um Hoffmann und Gustav Klimt aktiv.
Der originale Rahmen ist erhalten. Auf der Rückseite befindet sich unter anderem ein Etikett der Münchener Secession, die seinerzeit im Glaspalast ausstellte.