Helene funke
Akt mit schwarzem spiegel
um 1907
monogrammiert
Öl auf Holz
51 × 44,5 cm
Der „Akt mit schwarzem Spiegel“ entstand in Helene Funkes Anfangszeit in Paris, als sie ab 1906 Anschluss an den Künstlerinnenkreis um Henri Matisse fand.
Eine besonders stimmungsvolle Ruhe umfängt die Dargestellte, die ihr langes, rotblondes Haar offen trägt. Die Raffinesse der Komposition zeigt sich in der geschickten Anordnung der Formen, die den Blick sanft durch das Bild führen. Die geschwungenen Linien von Haaren, Stoffen und Hintergrund greifen ineinander und erzeugen ein ausgewogenes Zusammenspiel. Dabei entsteht eine subtile Balance zwischen Ruhe und Bewegung, die die Szene besonders elegant und durchdacht wirken lässt. Die Farbpalette mit kräftigen Violett- und Türkistönen entspricht den aus Funkes französischer Zeit bereits bekannten Aktdarstellungen. Die Gesichtszüge sind sehr fein ausgearbeitet und zeigen eine wunderbare Kombination aus impressionistischer Malweise mit bereits fauvistischer Auffassung.
Die intime, von äußerer Beobachtung freie Atmosphäre steht exemplarisch für eine Neubewertung des Aktthemas in der Moderne, wie sie auch Suzanne Valadon oder Émilie Charmy vorantrieben. Das Thema der Aktdarstellung in der frühen Pariser Schaffenszeit nimmt einen wichtigen Platz in Helene Funkes Oeuvre ein und wir freuen uns besonders, diese Neuentdeckung bei uns in der Galerie zeigen zu können.