CARL KRALL

OSSIACHERSEE MIT MANGARt

signiert, rückseitig bezeichnet

Öl auf Leinwand

60 x 91 cm

Die Ansicht des Ossiachersees entstand in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre, als Carl Kralls Werk ganz im Zeichen der Neuen Sachlichkeit stand.

Die Charakteristik der Landschaft ist präzise wiedergegeben, und nichts lenkt von der Intensität des Motivs ab. Durch die konsequente Reduktion malerischer Details erreicht der Künstler eine besondere Klarheit und inhaltliche Substanz. Mit unbeweglichem Blick und kristallklarer Schärfe fixiert er sein Motiv – es sind mindestens drei Versionen dieses außergewöhnlichen Sujets bekannt. 

Vom Nordufer des Ossiachersees eröffnet sich in weiter Ferne der Blick auf den Mangart, einen Gipfel der Julischen Alpen, der mit 2.677 Metern an der Grenze zwischen Italien und Slowenien liegt. 

Der Ossiachersee galt bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts als ebenso fashionable wie elegant – eine Reputation, die am Wörthersee erst in den 1950er Jahren ihren Höhepunkt erreichte. Krall verbrachte nachweislich Zeit am Ossiachersee im Grand Hotel Annenheim, das dank seiner direkten Anbindung an die Südbahn zum illustren gesellschaftlichen Mittelpunkt am See avancierte.