MAX LIEBERMANN
BADENDE KNABEN
um 1902
signiert
Pastell, Gouache/Papier
31 x 48,5 cm
Eine Gruppe von Kindern belebt die Szenerie: Sie schwimmen in den brechenden Wellen oder stehen im seichten Wasser. Die gelbe Kleidung des Strandwächters setzt einen leuchtenden Akzent im bewegten Bildgefüge. Hell schimmert die Gischt des vom aufgewühlten Sand bräunlich gefärbten Wassers. Im Vordergrund spiegelt sich der blaue Himmel im vom Wasser benetzten Strand – ein besonders eindrucksvolles Motiv von Liebermanns sensibler Naturbeobachtung.
Max Liebermann schuf die Pastellarbeit „Badende Knaben“ wohl während eines seiner regelmäßigen Aufenthalte in Scheveningen. Inspiriert vom besonderen Licht des Küstenortes widmete er sich dort Straßen- und Strandszenen mit Reitern, Fischern oder Promenadengästen. Seit 1899 entstanden nahezu jährlich neue Gemäldekompositionen sowie vereinzelt Pastellarbeiten.
Das vorliegende Pastell steht den 1902 entstandenen Gemälden in Anlage und Komposition besonders nahe. Die aufgehellte Palette und der lebendige, flirrende Farbauftrag machen das Werk nicht nur zu einem charakteristischen Beispiel des deutschen Impressionismus, sondern zugleich zu einem prägnanten Zeugnis von Liebermanns Kunstschaffen zur Jahrhundertwende.
Die Arbeit stammt aus der Sammlung des kunstsinnigen Bankiers Julius Stern. Die 1916 versteigerte Kollektion vereinte bedeutende Werke der Berliner Secession, darunter Arbeiten von Lovis Corinth, Max Slevogt und Liebermann, sowie herausragende Beispiele französischer Impressionisten wie Édouard Manet, Claude Monet, Paul Cézanne, Pierre-Auguste Renoir, Edgar Degas und Vincent van Gogh.
Dokumentiert: P.Cassirer, H.Helburg, Sammlung Julius Stern, Berlin, 1916, Nr. 63 (Abb.)