LYDIA VON SPALLART



WIEN 1898 - 1961





Mitten im Berlin der 20er und 30er Jahre startete sie ihren eigenwilligen Weg in die Naturabstraktion – stilistisch gut vergleichbar mit Max Weiler.



Spallart gehörte in den 20er Jahren in das Spannungsfeld der berühmten expressionistischen Künstlergruppen „Sturm“ und „Novembergruppe“. Neben Kontakten zu Pechstein und Feininger kann das Werk Kandinskys, für ihre künstlerische Arbeit als Inspiration gelten. Viel weiter noch als z. B. bei Münter geht ihre Auseinandersetzung mit der Abstraktion. Spallart thematisiert in ihren Farblandschaftskompositionen auch den geistigen Gehalt der Farben und ihre Veränderungen durch das Licht und erreicht darin äußerst spannende Ergebnisse.


Nach München und Basel lebte Spallart ab 1921 in der Kunstmetropole Berlin und studierte an der Kunstakademie bei Segal und Helbig. Bei Segal begegnete sie einer Kunstauffassung, die auf der Farbenlehre Goethes aufbaute. 1924 zog sie nach Basel und heiratete 1926 den Schauspieler Johannes von Spallart, von dem sie sich aber später wieder trennte. Ab dem Jahr 1935 arbeitete sie in Ateliergemeinschaft mit dem Expressionisten Seelig in Berlin.


Unter dem nationalsozialistischen Regime erhielt Spallart Malverbot und flüchtete in die Schweiz. Nach dem Krieg lebte sie in Bad Hall in Tirol. Spallart widmete sich vorwiegend Landschaftsdarstellungen. In den 30er und 40er Jahren ist ihre Malerei expressiv, der Bezug zur Gegenständlichkeit bleibt aber noch vorherrschend.


In den 50er Jahren wird die Tendenz zur Abstraktion immer stärker. Die Pflanzen scheinen zu wachsen, Berge und Täler werden in ihrem, durch den jeweiligen Lichteinfall, veränderten Farbtonus zu einem dynamisch intensiven Schauspiel. Im Sinne Rudolf Steiners wird der geistige Gehalt der Farben aufgespürt und auf den Betrachter übertragen.



Ausstellungen:

1923 Galerie Heller, Berlin

1930 Galerie Commeter, Hamburg

1953 Galerie Heller, Berlin

1990 Personale, Kunsthandel Hieke, Wien


Werke in:

Belvedere, Wien

Oesterreichische Nationalbank, Wien